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Gute Nacht 002 Von einem „normalen “ Schlafanzug für die Nacht haben wir uns wegen des riesengoßen Aufwands beim Aus-und Anziehen schon lange verabschiedet. Wenn es Zeit zum Schlafengehen ist, nimmt ein außerordentlich anstrengender und stressiger Teil des Pflegetags seinen Lauf und endet dann aber in einem „krönenden“ Abschluß. Ludwig ist nun so müde, dass er kaum mehr zu bewegen ist, und dann noch das lästige Ausziehen der Tageskleidung und das Anziehen des Schlafanzugs. Wir kommen mit dem Rollstuhl zum Bett, und müssen im Sitzen die Oberteile aus- und das Schlafanzugoberteil -anziehen. Ludwig kann kaum mithelfen, presst die Arme an den Oberkörper , und es ist wirklich schwierig, das jetzt zu bewerkstelligen… Deshalb haben wir vor einiger Zeit unseren „Frieden“ damit gemacht, ohne einen Schlafanzug anzuziehen, ins Bett zu gehen. Ich muß noch schnell berichten, dass Ludwigs Tageskleidung (über diese gibt es noch einen gesonderten Beitrag) aus einem Poloshirt als Unterhemd und einem Oberteil, meist mit Reißverschluß vorn, besteht. Alles wird täglich gewechselt. Wir ziehen dann nur das Oberteil aus. Mit dem Poloshirt schläft er dann, es „mutiert“ zum Schlafanzugoberteil. So müssen wir nur ein Teil ausziehen, und uns Beiden ist geholfen. Nun noch mal alle Kräfte mobilisieren, raus aus dem Rollstuhl und rein ins Bett. Jetzt wird der Unterkörper für die Nacht hergerichtet… Insgesamt benötigen wir nachfolgende Utensilien Poloshirt Pique-Poloshirt, meist von Trigema oder James und Nicholson Bettunterlage Waschbare Krankenpflegeunterlage 80×80 zur Dekubitusprophylaxe von „Die Pflegeexperten“, wunderbar weich, verrutscht nicht und ist 100%ig dicht Weiches Saunatuch Weiches großes Saunatuch 80×100 Kuscheldecke Flauschige weiße Kuscheldecke Nachdem wir nun mit „letzter Kraft“ im Bett gelandet sind, wobei man organisieren muß, dass Ludwig in etwa mittig im Bett liegt, werden als erstes die Schuhe ausgezogen. Eigentlich müßte er den Popo anheben, damit wir die Hosen ausziehen können. Das kann er aber nicht, deshalb steige ich ins Bett, hebe seine Beine an lege sie mir auf die Knie. Nun noch die Beine ganz hochheben, wie bei einem Baby, und die Hose sowie den Boxershort herunterziehen. Erstmal nur vom Popo. Windel entfernen und in einen dafür bereitgelegten 6l Gefrierbeutel entsorgen. Kommt dann in den Müll. Oberhose ausziehen, Unterhose hochziehen. Nun kommt unsere bewährte „Pinkelbandage“ zum Einsatz. Wenn „alles in der Bandage verstaut “ ist, dann kann ich erstmal aufatmen. Ludwig ist sicher im Bett !! Nun noch die Krankenunterlage geradeziehen. Falten bedeuten immer Dekubitusgefahr. Jetzt sind wir fast fertig, aber noch nicht ganz… Es hat sich bewährt, über die Pinkelbandage ein großes Saunatuch zu legen, falls es doch mal zu Nässe kommen sollte. Das kann man schnell mal waschen, und es wärmt auch, denn Ludwig hat ja keine Schlafanzughose an. Nun über alles eine wunderbar weiche Kuscheldecke, die den Körper umschmeichelt, und die Bettdecke drauf. Vorher ziehen wir noch Kuschelsocken an und die Füße werden, wegen Druckstellengefahr an den Fersen, auf einem Kissen gelagert. Damit ist das Nachtritual beendet. Jetzt  fehlt  nur noch „Molly“ . Molly ist ein kleines Kuschellamm, und das bekommt Ludwig zum Einschlafen auf die Brust gelegt. Damit er  nicht so allein ist. Denn ich gehe nun ans Aufräumen. Ludwig hört dann noch eine  Stunde Radio oder ein Hörbuch, und dann schläft er friedlich und gut versorgt ein. Manchmal bin ich sogar ein bisschen neidisch, so gemütlich möchte ich es auch mal haben ! Wenn ich dann ins Bett gehe, meist so gegen 21.00 Uhr, wird die Pinkelbandage ausgewechselt. Ludwig wird dabei meist nicht mal wach. Molly

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