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Wer einen Angehörigen pflegt, weiß ganz bestimmt , wie wichtig es ist, nachts „auf der sicheren Seite “ zu sein. Es geht darum, den Urin aufzufangen, ohne dass der Körper nass wird, das Bett nass wird, die Nacht für den Pflegebedürftigen und die Pflegekraft hinlänglich erholsam wird. Was haben wir nicht alles probiert, angefangen von der Urinflasche, über große Vorlagen, kleine Vorlagen, Windelhosen extra groß, und, und, und. Immer war der Popo nass und der gefürchtete Dekubitus schwebte über allem, das Bett haben wir nachts abgezogen, und manchmal kein Auge zugemacht. Oftmals war ich dann am Morgen wie gerädert. Aber der Pflegealltag nimmt darauf keine Rücksicht… Eines Tages hatte ich eine Idee… ..nämlich eine  Innovative „Pinkelbandage „, so haben wir sie genannt. Sie besteht aus einem Boxershort, einem 6l Gefrierbeutel, einem Handtuch und einem Waschlappen.   P1 Ludwig trägt ja immer Boxershorts. Die brauchen wir auch, denn da müssen die Windeln reinpassen. Sie müssen elastisch sein, und vor allen Dingen braucht man die richtige Größe. Nicht zu groß, und nicht zu klein. Anmerkung für Rollstuhlfahrer: Bei der Firma http://www.rollitex.de gibt es spezielle Bekleidung , so auch die hier abgebildeten Boxershorts. Sie sind hinten höher geschnitten und haben auch  etwas längere Beine, die nach unten schmaler  werden. Absolut ideal. Ludwig landet nun also , bekleidet mit seinen Boxershorts im Bett.

Jetzt geht es los mit der Herstellung der Pinkelbandage:

1. Schritt, das Handtuch kommt zum Einsatz P2 Jetzt wird sein „Gutes Stück“ in das Handtuch eingewickelt. Dazu nehme ich das Handtuch längs, und schlage es einige Male um P3 P4 P5 P6

Nachdem das erledigt ist, wird über alles ein Gefrierbeutel, 6l, gezogen , und vorsichtig, damit auch nichts eingeklemmt wird, zusammengedreht. Auf keinen Fall darf ein Zipfel von dem Handtuch herausschauen, denn dann breitet sich die Feuchtigkeit aus..

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Nun wird das eingewickelte, mit dem Gefrierbeutel gesicherte „Gute Stück“ unter den Boxershort geschoben, auch ganz vorsichtig, damit nichts eingeklemmt wird. Damit jedoch die Plastiktüte nicht auf der nackten Haut zu liegen kommt, legen wir dazwischen noch einen Waschlappen.

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Damit ist unsere Pinkelbandage fertig!!!
Unter dem Popo haben wir ja unsere Bettunterlage, und über die gesamte Pinkelbandage lege ich noch ein gefaltetes Badetuch. Darüber dann die Bettdecke. Falls doch mal etwas undicht sein sollte. Und über alles dann die Bettdecke.

Die Pinkelbandage verwenden wir auch beim Mittagsschlaf.
Die Handtücher und Waschlappen werden eingeweicht und täglich gewaschen.
Ludwigs „gutes Stück“ wird ab und an mit Panthenolspray gepflegt.
Mit unserer Idee, von der Bekannte meinen, wir sollten sie mal zum Patent anmelden, schaffen wir uns eine stressfreie Nacht und einen erholsamen Schlaf.
Früh um 3.00, wenn ich aufstehe, wird die Bandage nochmal gewechselt.

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