Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , , ,

Nach und nach haben wir weitere Voraussetzungen getroffen, um die häusliche Pflege  zu vervollkommnen.

11021171_1548533402095652_7279266773528436336_n

Hat man sich für die Pflege zuhause entschieden, so sind viele Voraussetzungen zu schaffen. Im Prinzip muss alles genauso sein, wie im Pflegeheim

Hauseingang mit Rollstuhl befahrbar
Behindertengerechte Dusche
Breite Türen, durch die der Rollstuhl hindurchpasst
Geeigneter Fußbodenbelag
Pflegebett mit Dekubitusmatratze und Krankenunterlagen
Sonstige Hilfsmittel wie Lifter zum Heben des Pflegebedürftigen
Geeignete Pflegekleidung
Lager für Pflegeutensilien wie Vorlagen, Sondennahrung und 1000 weitere Dinge

In unserem Fall haben wir im Laufe der Jahre , nach und nach, den Grundstein zu unserem „Minipflegeheim“ gelegt. Nachdem Ludwig nur noch im Rollstuhl sitzen konnte,  war es erforderlich, den Zugang zum Haus zu ermöglichen. Anfangs haben wir mit Hilfe von Therapeuten, Taxifahrern und Freunden den Rollstuhl immer die Treppen hinaufgeschleppt. Dann ließen wir eine Rollstuhlauffahrt anlegen. Sie führt über die Terrasse ins Wohnzimmer.

Wir haben großes Glück, dass unser Bad sehr geräumig ist. Die Ausstattung war mit Duschkabine und Badewanne. Als Ludwig 2010 nach seinem Sturz mal wieder für längere Zeit in der Klinik war, hieß es zu handeln…Denn ich ahnte, er würde nie wieder in der Duschkabine duschen. Nach der Planungsphase mußte ich mich von der Badewanne trennen. Das fiel mir nicht schwer, denn meist war mir das Baden sowieso zu langweilig. Kaum war ich drin, wollte ich schon wieder raus… Kontaktaufnahme mit einem Sanitärunternehmen, und dann ging es los….
So sah es aus mit Duschkabine und Wanne

Einen Tag später war Duschkabine und Wanne weg….

Der Umbau dauerte eine Woche. Ludwig kann kommen ! Die Krankenkasse hat sich mit 2557 €, dem Höchstbetrag beteiligt. Zum Duschen fahren wir Ludwig mit dem Toilettenstuhl.

Im Jahre 2014 machten wir mit unserem Rollstuhltaxi eine Reise nach Hannover . Ludwig saß festgezurrt in seinem Leichtgewichtrollstuhl, es war für ihn sehr unbequem, und als wir abends nachhause kamen, musste er sich übergeben. Ich hatte ein total schlechtes Gewissen, denn eigentlich war es schon lange Zeit für einen Pflegerollstuhl. Davor hatte ich mich schon geraume Zeit gedrückt, denn ich wusste, dass da was auf uns zukommen wird….Nämlich der Rollstuhl ist breiter als der, denn wir hatten, und damit würde es erforderlich werden, die Türen, mindestens die Badtür, zu verbreitern…Wieder Aufwand, wieder Kosten, wieder Unruhe…Aber es führte kein Weg dran vorbei…Noch in der Nacht, als Ludwig  schlief, recherchierte ich im Internet, um einen geeigneten zu finden. Und am Morgen stand meine Entscheidung fest, dieser oder keiner

Pflegerollstuhl Rea Clematis

pflegerollstuhl Rea Clematis von Invacare

http://www.sanitaetshaus-versand.de/sanitaetshaus-p964h1s94-Invacare-Rea-Clemati.html

Es handelt sich um den Pflegerollstuhl Rea Clematis, s.o. Obwohl er ziemlich kompakt aussieht, ist er leicht zu manövrieren und hat  alle Funktionen, die ein einigermaßen bequemes Sitzen , auch über einen längeren Zeitraum, ermöglicht. In seinem alten Rollstuhl fiel Ludwig immer vornüber. Das wird jetzt verhindert, weil man den Sitz nach hinten kippen kann. Dadurch unterscheidet sich ein Pflegerollstuhl im wesentlichen von einem Leichtgewichtrollstuhl, der als Rückenlehne nur eine zwischen den Schiebegriffen gespannte Plane hat. Alles an diesem Rollstuhl ist verstellbar, Fußrasten, Rückenlehne bis hin zu Fast-Liegeposition, Armlehnen . Alle Positionierungen werden mithilfe von Bowdenzügen realisiert. Der Rollstuhl ist-abgesehen von der normalen Reinigung-die Polster können abgezogen und und gewaschen werden-absolut wartungsfrei. Eine Meisterleistung der Ingenieurkunst !Jedoch ist er  breiter als unser alter, und -damit war die nächste bauliche Veränderung erforderlich. Während wir durch alle Türen kommen-allerdings müssen wir dabei die Fußrasten abnehmen, war die Badezimmertür das Nadelöhr.

Es half also nur eins: Die Badezimmertür musste verbreitert werden. Also zunächst mal die Türfüllung vergrößern, und eine neue Tür einsetzen. Es war von Anfang an klar, dass nur eine Glasschiebetür in Frage kommt. Eine andere hätte auf dem Gang zu viel Platz weggenommen. Nach der Planungsphase mit den Handwerkern unseres Vertrauens ging es los. Wir mussten natürlich „ausziehen“und sicherten uns einen Platz in der Kurzzeitpflege. Da ich zuhause ja auch nichts anfangen konnte, verbrachte ich den Tag bei Ludwig, und kam nur abends zum Schlafen . Bei dieser Gelegenheit ließen wir auch gleich den Teppichboden im Schlafzimmer und im angrenzenden Gang durch rollstuhlfreundliches Laminat austauschen.

schiebetür

Durch die Glastür kommt Licht in den Gang, und es war das Beste, was wir machen konnten. Um jedoch ohne „anzuecken“ und die neuen Türfüllungen zu beschädigen, nehmen wir die Fußrasten für den Transfer immer ab. Der Rollstuhl kommt dann in die Kippposition, damit Ludwigs Beine nicht auf dem Boden schleifen. Das klappt gerade so, denn Ludwig hat sehr lange Beine. Manchmal denke ich: Länger sollten sie wirklich nicht sein….

An der Schiebetür hat sich die Pflegekasse beteiligt. Ein Glück.

Bisher hatten wir einen sogenannten Einlegerahmen in unserem Ehebett. Die Funktionen  sind analog wie bei einem Pflegebett, der Nachteil allerdings ist, dass man nicht von beiden Seiten an den Pflegebedürftigen herankommt. Und, dass das Zimmer ja noch einen Privatsphäre des Ehepartners , also meine, ist. Damit tun sich oftmals auch die Mitarbeiter des Pflegedienstes schwer.

Die Zeit war also gekommen, das Schlafzimmer aufzulösen . Wir haben es für Ludwig hergerichtet. Ich zog in das Gästezimmer um, und für unseren Sohn beschafften wir ein zusammenklappbares Gästebett.

Nun ging es darum, ein Pflegebett zu ordern. Von der Krankenkasse hatten wir keinen Zuschuss zu erwarten, weil wir ja schon mit dem Einlegerahmen versorgt waren. Da ich Ludwig in vielen Kliniken und Rehaeinrichtungen begleitet habe, hatte ich genaue Vorstellungen von den Funktionen. Nach umfangreichen Recherchen wurde es ein Bett von der Firma Völker

http://www.voelker.de/cms/de/produkte-pflege/pflegebetten/pflegebett-3080.html

Privat kann man so ein Bett nicht kaufen. Die Firma liefert nur an Sanitätshäuser und Kliniken. Und der Preis ist ziemlich hoch, jedoch es ist eine Investition, die sich lohnt.

Für mich als Pflegeperson war wichtig

das Bett muss ein niedriges Fußteil haben, damit ich zum Waschen und für die Pediküre an die Füße komme

ein geteiltes Bettgitter, das nicht in das Kopf-und Fußteil einrastet, so ist man variabler

Kopfteil, Fußteil müssen verstellbar sein und Matratze und Gitterrost müssen dem gefürchteten Dekubitus entgegenwirken

es muss in der Höhe verstellbar und fahrbar sein

Es muss einen wohnlichen Charakter haben

Dies alles bietet unser Bett und wir sind glücklich damit.

csm_3080S_matrix_jpg_8fe8b62eda_d130ce869b

Lifter
Es gibt unendlich viele Arten von Liftern , die führe ich hier jedoch nicht auf. Wir benötigen einen Lifter in erster Linie zum Umsetzen vom Rollstuhl ins Bett und umgekehrt. Von unserem Sanitätsdienstleister wurde uns der Liftstuhl 2000 empfohlen. Man fährt damit vor den Rollstuhl, der Patient beugt sich vor und wird mit Hilfe eines Gurtes um den Popo und einer Kurbel angehoben. Nun „hängt“ er im Lifter, und wird so zum Bett geschoben. Und mit der Kurbel langsam herabgelassen.

http://www.ganzfrei.de/3li/liftstuhl.html

Wie mit allen Hilfsmitteln, ist es auch hier erforderlich, viel zu üben, bis man es im Griff hat.

Warenlager

Und man braucht ein Warenlager, für alle Pflegeutensilien, Sondennahrung, Windeln, und vieles andere mehr. Unser Lager befindet sich im Keller und sieht so aus

Lager 010Lager 016

Nicht zu vergessen: eine immer funktionierende Waschmaschine, Wäschetrockner und Wäscheständer.

Ja, das ist unser Minipflegeheim …..

Advertisements